Metallfassadenbau – von der Werkplanung bis zur Abnahme

Metallfassadenbau ist zu zwei Dritteln Vorbereitung: Was in Werkplanung, Aufmass und Kanterei sauber gelöst ist, geht auf dem Gerüst schnell. Was dort offen bleibt, kostet Bauzeit – und wird zum Nachtrag.
Systemwahl vor allem anderen
Am Anfang steht nicht das Blech, sondern die Randbedingung: Gebäudehöhe und daraus folgende Brandschutzauflagen, Untergrund und Tragreserve, Windlast, gewünschter Dämmwert, Fugenbild und Budget. Aus diesen Grössen ergibt sich, ob Kassette, Profilblech, Verbundplatte oder Stehfalz infrage kommt – und welche Unterkonstruktion dazu passt.
Diese Reihenfolge wird häufig umgedreht: Ein Fassadenbild wird gewählt, dann stellt sich heraus, dass es die Brandschutzanforderung nicht erfüllt oder die Verankerung im vorhandenen Untergrund nicht trägt. Eine frühe technische Prüfung kostet wenige Stunden und verhindert Umplanungen, die Wochen kosten.
Werkplanung und Blechabwicklung
In der Werkplanung wird aus dem Architekturplan eine baubare Fassade: Elementteilung, Fugenverlauf, Fest- und Gleitpunkte, Anschlüsse an Fenster, Attika, Sockel und Durchdringungen. Jede Kantung wird als Abwicklung gezeichnet – aus dem gekanteten Profil zurückgerechnet auf den flachen Zuschnitt, denn nur den kann die Maschine fertigen.
Dabei entscheiden sich Fragen, die später sichtbar sind: Wo läuft die Fuge über das Fenster, wie ist die Ecke ausgebildet, wie schliesst die Untersicht an, wo sitzt der erste Schnitt, damit am Ende kein schmales Reststück steht. Fassadenbau ist an dieser Stelle Massarbeit auf dem Papier.
Grundlage ist ein Aufmass am Objekt, nicht der Bestandsplan. Im Bestand weichen Achsmasse, Lot und Flucht regelmässig ab; wer nach Plan fertigt, montiert Bleche, die nicht passen. Wir nehmen die Fassade auf, bevor bestellt wird, und dokumentieren die Toleranzen, die auszugleichen sind.
Fertigung, Logistik und Reihenfolge
Bleche werden auf Mass gekantet, mit Schutzfolie versehen und in Montagereihenfolge kommissioniert. Das klingt nebensächlich, ist aber der Unterschied zwischen einer Montage, die läuft, und einer, bei der auf dem Gerüst gesucht wird. Beschriftete Pakete pro Fassade und Geschoss gehören zum Lieferumfang.
Die Lieferfrist bestimmt den Terminplan. Standardfarben aus dem Lagerprogramm sind kurzfristig verfügbar, Sonderfarben, Eloxal und Sonderlegierungen brauchen Vorlauf. Wer die Systemwahl früh trifft, verliert später keine Bauwochen – wer sie offen lässt, verschiebt den Montagestart.
Auf der Baustelle brauchen Bleche einen trockenen, ebenen Lagerplatz mit Abstand zum Boden. Aufeinanderliegende Kassetten mit eingeschlossener Feuchtigkeit zeigen Flecken, die nach der Montage nicht mehr verschwinden. Die Schutzfolie bleibt bis zum Schluss und wird erst nach den letzten Arbeiten am Gerüst abgezogen.
Montage
Montiert wird von unten nach oben: Konsolen setzen und ausrichten, Dämmung stossfrei einbauen, Tragprofile ausrichten, Bekleidung mit Fest- und Gleitpunkten befestigen, Anschlüsse und Sonderteile zuletzt. Die Ausrichtung der Unterkonstruktion entscheidet über das spätere Bild – eine Fassade wird nicht gerader als die Ebene, auf der sie sitzt.
Parallel laufen die Schnittstellen: Fensteranschlüsse und Storenkästen mit dem Fensterbauer, Durchdringungen für Lüftung und Elektro mit den Haustechnikern, Dachrand und Attika mit dem Spengler. Diese Punkte gehören in eine Terminabsprache vor Montagebeginn, nicht in die Diskussion auf dem Gerüst.
Abnahme und Dokumentation
Zur Abnahme gehören mehr als die Sichtprüfung: Fugenbild und Flucht im Streiflicht, Funktion der Hinterlüftung an Zu- und Abluftöffnungen, Vollständigkeit der Anschlüsse und Sonderteile, saubere Ableitung der Feuchtigkeit an Sockel und Attika. Erkannte Punkte werden protokolliert, nicht mündlich vereinbart.
Wir übergeben zudem die Angaben, die für den Unterhalt zählen: verwendete Systeme, Werkstoffe, Farbtöne und Chargen, Dämmstoffart und -dicke, Art der Verankerung. Wer in zehn Jahren ein Element ersetzen muss, findet damit dasselbe Material – statt eine Fläche neu zu machen, weil der Farbton nicht mehr rekonstruierbar ist.
Metallfassadenbau – kurz beantwortet
- Übernehmen Sie nur die Montage oder auch Planung und Material?
- Beides ist möglich. Es gibt drei Vergabemodelle: nur Lieferung des Systems, nur Montage mit bauseits gestelltem Material oder die Komplettlösung von der Werkplanung über die Fertigung bis zur Abnahme. Für Generalunternehmer und Fassadenbauer stellen wir eingespielte Montageteams – für Etappen, Teilflächen oder ganze Projekte.
- Wie lange dauert eine Metallfassade am Einfamilienhaus?
- Die Montagezeit ist selten das Nadelöhr; die Vorlaufzeit für Werkplanung und Blechlieferung ist es. Nach Systemfestlegung und Aufmass vergehen bis zur Lieferung je nach Farbe und Format mehrere Wochen. Die Montage selbst läuft danach zügig, sofern Gerüst und Untergrund vorbereitet sind.
- Wer haftet für das Aufmass?
- Das gehört in die Auftragsbestätigung. Wenn wir aufmessen, verantworten wir die Masse. Wird nach bauseitigem Aufmass oder fremden Ausführungsplänen gefertigt, liegt die Verantwortung dort – deshalb halten wir schriftlich fest, wer misst, wer freigibt und wie Nachträge dokumentiert werden.
- Arbeiten Sie in der ganzen Schweiz?
- Ja. Der Sitz ist in Dietikon im Limmattal, die Montageteams arbeiten schweizweit. Im Nahbereich – Kanton Zürich, Limmattal, Aargau – fahren wir täglich an, bei weiter entfernten Objekten in Blockeinsätzen mit eigener Logistik. Die Anfahrt weisen wir als eigene Position aus.
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- Lerzenstrasse 8, 8953 Dietikon
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- Ganze Schweiz
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