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Dunkle Metallfassaden: Hitze, Dehnung und die richtige Farbwahl

Anthrazit ist die meistgewählte Fassadenfarbe der letzten Jahre. In der Sonne erreicht eine dunkle Metallfläche Temperaturen, die bei der Planung mitgerechnet werden müssen.

Wie heiss eine dunkle Fassade wird

Eine Metallfläche nimmt Sonnenstrahlung je nach Farbe sehr unterschiedlich auf. Helle Oberflächen reflektieren einen grossen Teil, dunkle absorbieren fast alles. An einem Sommertag mit voller Sonne kann eine anthrazitfarbene oder schwarze Fassade Oberflächentemperaturen von 70 bis 80 Grad erreichen, eine weisse bleibt deutlich darunter. Im Winter kühlt dieselbe Fläche nachts unter die Lufttemperatur ab.

Für die Bewohnerschaft ist das in einer hinterlüfteten Fassade kaum spürbar: Die Luftschicht führt die Wärme ab, bevor sie die Dämmung erreicht. Für das Material selbst ist die Spanne zwischen Winternacht und Sommernachmittag aber die wichtigste Belastung.

Wärmedehnung in Zahlen

Aluminium dehnt sich um rund 0,024 Millimeter pro Meter und Grad. Eine drei Meter lange Kassette, die sich zwischen minus 20 und plus 80 Grad bewegt, ändert ihre Länge damit um gut sieben Millimeter. Stahl dehnt sich etwa halb so stark. Wird diese Bewegung behindert, knackt die Fassade bei Temperaturwechseln, Bleche beulen aus oder Befestigungen reissen mit der Zeit aus.

  • Fest- und Gleitpunkte: Jedes Element braucht genau einen Festpunkt; alle anderen Befestigungen müssen die Bewegung zulassen.
  • Fugenbreite: Die Fugen müssen die Dehnung aufnehmen, auch bei der Montage an einem kalten Morgen, wenn die Elemente am kürzesten sind.
  • Formate: Bei dunklen Farben sind kürzere Elemente oder mehr Stösse oft die bessere Wahl als sehr lange Bahnen.

Beschichtung und Farbstabilität

Dunkle und kräftige Farbtöne sind anfälliger für Farbveränderung als helle. UV-Strahlung und Wärme greifen die Pigmente an, bei manchen Rottönen und Blautönen sichtbar schneller. Hochwertige Beschichtungen geben eine Farbstabilität über eine bestimmte Zahl von Jahren an; bei dunklen Tönen lohnt es sich, diese Angabe zu vergleichen.

Einige Hersteller bieten dunkle Farbtöne mit infrarotreflektierenden Pigmenten an. Sie sehen gleich aus, reflektieren aber einen Teil der unsichtbaren Wärmestrahlung und bleiben dadurch spürbar kühler. Das reduziert die Dehnung und schont die Beschichtung.

Was die Unterkonstruktion aushalten muss

Die Temperatur der Bekleidung überträgt sich über die Befestigungen in die Unterkonstruktion. Aluminiumprofile hinter einer dunklen Fassade arbeiten deshalb ebenfalls stärker. Auch hier gilt: Fest- und Gleitpunkte, ausreichend Spiel in den Langlöchern, keine starren Verbindungen über lange Strecken. Mehr dazu auf der Themenseite Unterkonstruktion der Metallfassade.

Sommerlicher Wärmeschutz im Innenraum

Ob sich die Räume hinter einer dunklen Fassade aufheizen, entscheiden vor allem Fenster, Sonnenschutz und Speichermasse – nicht die Farbe der Bekleidung. Eine funktionierende Hinterlüftung und ausreichende Dämmung sorgen dafür, dass die Fassadenhitze draussen bleibt. Wie die Luftschicht arbeitet, erklärt die Seite hinterlüftete Metallfassade.

Farbe bemustern

Wir empfehlen, dunkle Farbtöne immer als Muster am Objekt anzusehen, bei Sonne und bei bedecktem Himmel. Metallic- und Glimmereffekte verändern sich mit dem Lichteinfall stärker als Unitöne. Wie Format, Fuge, Farbe und Licht zusammenspielen, zeigt die Themenseite Metallfassade in der Architektur.

22. September 2026 · 3 Min. Lesezeit

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