Photovoltaik in der Metallfassade: Solarstrom von der Gebäudehülle
Eine Fassade ist grösser als das Dach und liefert im Winter mehr Strom, als man denkt. In einer hinterlüfteten Metallfassade lassen sich Solarmodule sauber integrieren.
Warum die Fassade für Solarstrom interessant ist
Photovoltaik auf dem Dach ist Standard. Die Fassade wird dagegen oft übersehen, obwohl sie bei mehrgeschossigen Bauten ein Vielfaches der Dachfläche bietet. Senkrecht montierte Module liefern im Jahresmittel weniger Strom als optimal geneigte auf dem Dach – aber sie liefern ihn zu einem wertvolleren Zeitpunkt.
Im Winter steht die Sonne tief. Senkrechte Flächen nach Süden, Südosten und Südwesten treffen die flachen Strahlen fast rechtwinklig. Schnee bleibt an ihnen nicht liegen, und reflektierter Schnee am Boden bringt zusätzliches Licht. Für den Winterstrom, der in der Schweiz knapp ist, ist die Fassade deshalb eine besonders gute Fläche.
Wie PV in die hinterlüftete Fassade kommt
Technisch ist eine PV-Fassade eine vorgehängte hinterlüftete Fassade, bei der ein Teil der Bekleidung aus Solarmodulen besteht. Die Unterkonstruktion ist dieselbe; die Module werden mit Klemmen oder rückseitigen Haltern eingehängt. Die Hinterlüftung ist dabei doppelt nützlich: Sie hält die Dämmung trocken und kühlt die Module, deren Ertrag mit steigender Temperatur sinkt.
- Raster: Modulformate sind weniger frei wählbar als Blechkassetten. Das Fassadenraster sollte deshalb von den Modulmassen ausgehen, und die Metallflächen füllen den Rest.
- Kabelführung: Die Verkabelung läuft in der Hinterlüftungsebene. Sie muss geschützt, zugänglich und brandschutztechnisch korrekt geführt sein.
- Verschattung: Vordächer, Balkone und Nachbarbauten verschatten Teile der Fassade. Module in verschatteten Zonen bringen wenig; dort bleibt Metall die bessere Wahl.
- Farbe: Farbige und strukturierte Frontgläser machen Module von einer Blechfassade kaum noch unterscheidbar – mit etwas Ertragsverlust gegenüber schwarzen Modulen.
Brandschutz und Bewilligung
Module bestehen aus Glas, Kunststofffolien und Rahmen. Je nach Gebäudehöhe verlangen die Brandschutzvorschriften bestimmte Modulaufbauten oder Brandriegel in der Hinterlüftung. Solaranlagen an Fassaden sind in der Regel meldepflichtig oder bewilligungspflichtig, in Schutzzonen und bei geschützten Bauten gelten eigene Regeln. Beides ist vor der Bestellung der Module zu klären.
Förderung
Für Photovoltaikanlagen gibt es eine Einmalvergütung des Bundes, abgewickelt über Pronovo. Die Höhe hängt unter anderem von Leistung und Anlagentyp ab. Dazu kommen je nach Kanton und Gemeinde weitere Programme. Die Bedingungen ändern sich; der aktuelle Stand gehört in die Projektplanung.
Wer was macht
Bei einer PV-Fassade arbeiten Fassadenbauer und Elektroplaner eng zusammen. Wir übernehmen die Unterkonstruktion, die Montage der Bekleidung und den Anschluss der Metallflächen; die elektrische Installation liegt bei einem konzessionierten Elektriker. Grundlagen zur Hinterlüftung stehen auf der Themenseite hinterlüftete Metallfassade, zur Unterkonstruktion auf Unterkonstruktion der Metallfassade.
22. September 2026 · 3 Min. Lesezeit