Parkhausfassade aus Metall: Lüftung, Offenheit und Absturzsicherung
Die Fassade eines offenen Parkhauses ist keine Hülle, sondern ein Filter. Sie muss Luft durchlassen, Menschen und Fahrzeuge zurückhalten und trotzdem gut aussehen.
Eine Fassade, die nicht schliessen darf
Bei den meisten Gebäuden soll die Fassade dicht sein. Beim offenen Parkhaus ist es umgekehrt: Die Abgase der Fahrzeuge und im Brandfall der Rauch sollen über die Fassade abziehen, ohne dass eine mechanische Lüftung nötig ist. Damit das Parkhaus als offen gilt, muss ein bestimmter Anteil der Aussenwandflächen offen bleiben, und die Öffnungen müssen so verteilt sein, dass die Luft quer durch das Geschoss strömen kann.
Gleichzeitig steht die Fassade im Stadtbild. Ein offenes Betonskelett wirkt roh; eine Bekleidung aus Metall macht aus dem Zweckbau ein Gebäude. Die Aufgabe ist also, Offenheit und Gestaltung zusammenzubringen.
Welche Metallsysteme sich eignen
- Vertikale oder horizontale Lamellen: Sie lassen viel Luft durch und wirken je nach Blickwinkel offen oder geschlossen. Abstand und Tiefe der Lamellen bestimmen den offenen Querschnitt.
- Lochblech: Mit dem Lochbild lässt sich die Offenheit genau einstellen. Grosse offene Anteile sind möglich, allerdings mit Einbussen bei der Steifigkeit der Platte.
- Streckmetall: Sehr steif bei hohem offenem Anteil, mit einer Struktur, die im Streiflicht lebendig wirkt.
- Gewebe und Netze: Leicht und transparent, brauchen aber eine vorgespannte Konstruktion.
Wie Lochbild, Transparenz und Steifigkeit zusammenhängen, erklärt die Themenseite perforierte Metallfassade.
Absturzsicherung und Anprall
Eine Parkhausfassade ist oft zugleich Brüstung. Wo sie diese Funktion übernimmt, muss sie die Anforderungen an Absturzsicherungen erfüllen, wie sie die Norm SIA 358 für Geländer und Brüstungen beschreibt – etwa Höhe, Öffnungsweiten und Lasten. Lamellenabstände, die für die Lüftung ideal wären, können für kleine Kinder zu weit sein.
Dazu kommt der Anprall von Fahrzeugen. Die Metallbekleidung selbst ist dafür nicht gemacht; sie braucht vor sich eine Anprallsicherung, etwa eine Betonbrüstung oder Leitplanken. Die Bekleidung wird dann so montiert, dass sie ein Anprall an der Sicherung nicht mitbeschädigt.
Unterkonstruktion und Wind
Offene Fassaden werden von beiden Seiten vom Wind belastet. Die Lamellen oder Lochbleche stehen frei und müssen Windsog und Winddruck aufnehmen, ohne zu flattern oder zu klappern. Lange Lamellen hebeln über ihre Länge und bringen punktuelle Lasten in die Unterkonstruktion. Stösse, Fest- und Gleitpunkte müssen so angeordnet sein, dass sich das Material bei Temperaturwechseln bewegen kann, ohne dass es knackt.
Korrosion und Unterhalt
Im Parkhaus trägt jedes Fahrzeug im Winter Streusalz ein. Salzhaltiges Wasser verdunstet an der Fassade, besonders im Bereich der Fahrbahnen. Beschichtung und Befestigungsmittel müssen dafür ausgelegt sein – hier gehört Edelstahl hin, nicht verzinkter Stahl. Details dazu stehen im Beitrag zur Korrosivität am Standort.
Unser Beitrag
Wir montieren Lamellen-, Lochblech- und Streckmetallfassaden an Parkierungsbauten, als Direktauftrag oder als Montagepartner eines Generalunternehmers. Pläne und Leistungsverzeichnis genügen für eine erste Einschätzung – melden Sie sich über die Kontaktseite.
22. September 2026 · 3 Min. Lesezeit